Prüfgewichte

Gewichtsstücke werden seit alters her zum Durchführen von Wägungen eingesetzt. Heute werden Gewichtsstücke fast ausschließlich zum Justieren und Prüfen = Kalibrieren von elektronischen Waagen eingesetzt.

Auswahl des passenden Prüfgewichts zu Ihrer Waage


Eine Waage kann nie genauer sein, als das zu ihrer Justierung verwendete
Prüfgewicht – auf dessen Toleranzen kommt es an. Die Genauigkeit des Prüfgewichts muss in etwa der Ablesbarkeit [d] der Waage entsprechen, eher etwas besser.
Der Gewichts-Nennwert wird im Justiermodus „CAL“ im Waagendisplay angezeigt. Bei Wahlmöglichkeit ist das größte angezeigte Gewicht messtechnisch am besten.
Liegen Genauigkeit und Gewichts-Nennwert fest, wird das passende Prüfgewicht nach den Toleranzen „TOL“ der einzelnen Genauigkeitsklassen (Fehlergrenzenklassen) E1 bis M3 ausgewählt, siehe Spalte „Tol ± mg“ bei den Prüfgewichten.

Beispiel:

Waage mit Wägebereich [Max] 2000 g = 2 kg und
Ablesbarkeit [d] = 0,01 g = 10 mg
· Die Genauigkeit des gesuchten Prüfgewichts ergibt sich aus der Ablesbarkeit [d] mit einer Toleranz von max. ± 10 mg.
· Gewichtsgröße im Waagendisplay bei „CAL“: 1000 g oder 2000 g. Gesuchtes Prüfgewicht hat die Gewichtsgröße 2 kg.
· Passendes Prüfgewicht mit Toleranz ± 10 mg und Gewichtsgröße 2 kg findet man in der Genauigkeitsklasse F1 unter

Ausnahme Analysenwaagen (Ablesbarkeit [d] ≤ 0,1mg):
Empfohlen werden E1-Prüfgewichte. Je nach Sicherheitsbedürfnis genügen auch E2-Prüfgewichte mit DAkkS-Kalibrierschein.

OIML-Richtlinie R111:2004 für Gewichtsstücke

Das Wichtigste aus der europäischen OIML-Richtlinie R111:2004
Die „Organisation Internationale de Métrologie Légale“ hat die messtechnischen Anforderungen an Gewichtsstücke im eichpflichtigen Bereich in ca. 100 Staaten weltweit exakt festgelegt.
Die OIML-Empfehlung R111 (Edition 2004) für Prüfgewichte bezieht sich auf die Größen 1 mg–5000 kg. Es werden Aussagen zur Genauigkeit, zum Werkstoff, zur geometrischen Form, zur Kennzeichnung und zur Aufbewahrung gemacht.

Fehlergrenzen für Prüfgewichte der Klassen E1 bis M3
Die Fehlergrenzenklassen stufen sich streng hierarchisch im Verhältnis 1 : 3 ab, wobei E1 die genaueste und M3 die am wenigsten genaue Gewichtsklasse ist. Beim Prüfen von Prüfgewichten untereinander ist immer die nächsthöhere Klasse die richtige Prüfklasse.

Fehlergrenzenklassen (= Toleranzen)
Die angegebenen Werte (Toleranzen ± ... mg) sind die jeweils zulässigen Fertigungstoleranzen.
Sie sind der
Messunsicherheit des Gewichtsstückes gleichzusetzen, wenn kein
DAkkS-Kalibrierschein vorhanden ist.


Konventioneller Wägewert
Das Problem ist der Luftauftrieb, der das Gewichtsstück scheinbar leichter macht. Um diese „Verfälschung“ im täglichen Gebrauch auszuschließen, werden alle Prüfgewichte auf die in der R111 festgelegten Einheitsbedingungen justiert, d. h. es werden angenommen: Werkstoffdichte der Prüfgewichte 8000 kg/m3, Luftdichte 1,2 kg/m3 und Messtemperatur 20 °C.

KERN Prüfgewichte

Wenn nicht anders angegeben, entsprechen sie ausnahmslos in allen Details der OIML R111:2004.