FAQ – Lexikon

Ablesbarkeit [d]
Kleinster ablesbarer Gewichtswert bei einer Digitalanzeige.

Akkreditierung
Formelle Anerkennung eines hohen Leistungsstandard, der nach anerkannten internationalen Regeln nachgewiesen und periodisch von einer anerkannten Stelle überprüft wird.
Die Berechtigung, DKD-Kalibrierscheine z. B. für Waagen und Gewichte auszustellen, setzt eine Akkreditierung des Kalibrierlaboratoriums nach DIN/ISO 17025 „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“ voraus.

Auflösung einer Waage
Die Auflösung in Punkten errechnet sich aus Wägebereich [Max] dividiert durch die Ablesbarkeit [d]. Sie ist ein Qualitätsmerkmal.

AUTO-OFF-Funktion
Batteriebetriebene Waagen schalten bei Nichtgebrauch nach einer bestimmten Zeit zur Batterieschonung ab.

Bauartzulassung für Waagen
Strenges Prüfverfahren ob eine Waage den eichtechnischen Anforderungen genügt. Eichen kann man eine Waage nur, wenn eine Bauartzulassung einer Benannten Stelle vorliegt.

Benannte Stelle
Neutrale und unabhängige, meist staatliche Stellen, die von der EU förmlich benannt sind. Sie sind eingeschaltet im Bereich des Eichwesens bei Konformitätsbewertungen und Baumusterprüfungen im Rahmen von Bauartzulassungen.

CAL-Taste
im Display einer Waage CAL-Taste auf dem Bedienfeld oder im Touch-Display des Auswertegeräts. Mit dieser wird die Justierung ausgelöst. Früher fälschlicherweise als Kalibrierung bezeichnet.

CE – Zeichen
Dieses bescheinigt, dass das betreffende Gerät mit allen anwendbaren europäischen Richtlinien konform ist.

Checkweigher
Selbsttätige, also automatisch arbeitende, Kontrollwaage für gleichartiges Wägegut, wie z. B. Fertigpackungen.

DAkkS
= Deutsche Akkretitierungstelle Neugeschaffene Dachorganisation in Deutschland seit 2009. Hierzu gehört im Bereich Metrologie auch der DKD.
Siehe auch EA

Datenschnittstelle
Zum Anschluss der Waage an einen Drucker, PC, Tablet, Smartphone, Netzwerk oder eine Zweitwaage. Die verfügbaren Schnittstellen sind beim Modell vermerkt. Typische Schnittstellen sind z. B. RS-232, RS-485, USB, Bluetooth, WLAN, Digital I/O, DUAL, LAN etc. Die Schnittstellenparameter sind über die Waage einstellbar.

Datenschnittstelle Infrarot
Zur Datenübertragung von Messinstrument zu Drucker, PC oder anderen Peripheriegeräten.

Dichtebestimmung

Dichtebestimmungen von Flüssigkeiten und Feststoffen nach der Auftriebsmethode zeichnen sich durch hohe Genauigkeit aus.

Dichtebestimmung von Flüssigkeiten:
Durch eine Auftriebsmessung mit dem Senkkörper aus Glas, 10 cm3, Auflösung 1 mg/cm3.

Dichtebestimmung von Feststoffen:
Die Dichte ist das Verhältnis Gewicht [g]: Volumen [cm3]. Das Gewicht ergibt sich durch Wägung der Probe in Luft. Das Volumen bestimmt man aus dem Auftrieb [g] der in eine Flüssigkeit getauchten Probe. Die Dichte [g/cm3] dieser Flüssigkeit ist bekannt.

Eichen
Es können nur bauartzugelassene Waagen amtlich geeicht werden. Diese Waagen sind mit M gekennzeichnet. Die Eichung schreibt der Staat unter anderem im geschäftlichen Verkehr vor. Sie dient dem Verbraucherschutz.

Eichfähige Waagen
Diese Lieferform gibt es nicht mehr. Lieferbar sind nur noch „geeichte Waagen“ – neuerdings „konformitätsbewertete Waagen“.

Eichgültigkeitsdauer von Waagen
Alle Eichklassen generell 2 Jahre, bei Kontrollwaagen generell 1 Jahr, nach Ablauf muss die Waage nachgeeicht werden.
Eichklassen von Waagen Klasse I – Analysenwaage (Feinwaage)
Klasse II – Präzisionswaage
Klasse III – Industriewaage (Handelswaage)

Eichung

Nach der EU-Richtlinie 2009/23/EG müssen Waagen amtlich geeicht sein, wenn sie wie folgt verwendet werden:

Im geschäftlichen Verkehr, wenn der Preis einer Ware durch Wägung bestimmt wird.
Bei der Herstellung von Arzneimitteln in Apotheken sowie bei Analysen im medizinischen und pharmazeutischen Labor.
Zu amtlichen Zwecken.
Bei der Herstellung von Fertigpackungen.
In der Heilkunde.

Jede Waage wird vom Eichamt geprüft und mit der Eichmarke versehen. Damit ist ihre Genauigkeit im Rahmen der zulässigen Eichtoleranz bestätigt. Der Geltungsbereich der EU-Eichung erstreckt sich auf alle Mitgliedsstaaten der EU (Europäische Union).

Eichung einer Waage
Das Justierprogramm wird nach der Eichung durch eine amtliche Marke versiegelt. Die Eichung gilt nur für den angegebenen Aufstellungsort (siehe auch Erdanziehung).
Zur Eichvorbereitung ist deshalb die Angabe des Aufstellungsortes mit Postleitzahl (PLZ) nötig. Hinsichtlich Eichung im Werk oder am Aufstellungsort, siehe jeweil. Modellangaben.

Eichung einer Waage mit Justierautomatik bzw. Justierschaltung
CAL INT Vorstehende Einschränkungen zum Aufstellungsort entfallen, da die Justierautomatik auch nach der Eichung bedienbar bleibt, also nicht versiegelt wird. In diesem Fall ist die Eichung standortunabhängig.

Eichwert [e]
Maß für die Eichtoleranz (Fehlergrenzen), je nach Waage zwischen Ablesbarkeit 1 und 10 [d]

Eichzulassung
Bauartzulassung für eichfähige Waagen

Elektromagnetische Kraftkompensation
Mittels einer Spule in einem Permanentmagneten wird eine Gegenkraft erzeugt, welche der Last des zu messenden Gewichts auf der Waagschale entspricht. Mit dieser Gegenkraft wird das Gleichgewicht gehalten. Die Messwertermittlung erfolgt über die Änderung des Spulenstroms.

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
Störfestigkeit, z. B. einer Waage gegen Falschanzeige durch elektromagnetische Strahlung in ihrer Nähe.

Erdanziehung
Da ihre Stärke an jedem Ort der Erde verschieden ist, müssen Waagen standortabhängig justiert werden.

Factory
So gekennzeichnete Optionen können nur im Werk ausgeführt werden.

Fallbeschleunigung ➔ Erdanziehung

Fehlergrenzen für geeichte Waagen
Zulässige Anzeigen-Toleranz nach Plus und Minus.
Man unterscheidet Ersteichfehlergrenzen und Verkehrsfehlergrenzen bei der Nacheichung. Diese sind bei nichtselbsttätigen Waagen doppelt so groß wie die Ersteichfehlergrenzen.

Fertigpackungs-Verordnung (FPVO)
Stellt die korrekte Befüllung von Fertigpackungen z. B. im Lebensmittelbereich sicher. Die zulässigen Gewichts-Toleranzen regelt das Eichgesetz.

Fill-to-target

Einwiegen einer Substanz auf ein Zielgewicht.

Wägen mit Toleranzbereich (Checkweighing):
Oberer und unterer Grenzwert programmierbar, z. B. beim Dosieren und Sortieren.

Filter zur Anpassung an die Umgebungsbedingungen

Erschütterungen werden ausgefiltert, indem man die Zahl der waageninternen Messzyklen erhöht, d. h. die Integrationszeit verlängert.

FORCE

Mittels einer Spule in einem Permanentmagneten wird eine Gegenkraft erzeugt, welche der Last des zu messenden Gewichts auf der Waagschale entspricht. Mit dieser Gegenkraft wird das Gleichgewicht gehalten. Die Messwertermittlung erfolgt über die Änderung des Spulenstroms.

Geeichte/nicht zur Eichung
Messtechnisch nahezu identisch. Bei der geeichten Waage sind einige Details gesetzlich vorgeschrieben, z. B. geschützte Software, zusätzliche Aufschriften.
Genauigkeitsanforderungen an Messgeräte im Bereich des Qualitätsmanagement, siehe Messmittel im QM-System

GLP = Gute Laborpraxis
In Qualitätssicherungssystemen wird eine Protokollierung von Wägeergebnissen sowie der korrekten Waagenjustierung unter Angabe von Datum und Uhrzeit sowie der Waagen-Identifikation verlangt. Am einfachsten über angeschlossenen Drucker möglich.

 

HACCP = Hazard Analysis and Critical Control Points
= Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte. Das HACCP-Konzept ist ein vorbeugendes System, das die Sicherheit von Lebensmitteln gewährleisten soll. In der EG-Verordnung 852/2004 ist die Anwendung des HACCP-Konzeptes für alle Unternehmen, die mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln beschäftigt sind vorgeschrieben.

Halbmikrowaage
Analysenwaage mit einer Ablesbarkeit d = 0,01 mg

Hinterleuchtung
Sehr kontrastreiche Anzeige, die auch im Dunkeln sehr gut abgelesen werden kann. Der erhöhte Stromverbrauch führt zu einer kürzeren Betriebsdauer bei Akku- oder Batteriebetrieb.
Die bei KERN angegebene Betriebsdauer bezieht sich immer auf ausgeschaltete Hinterleuchtung.

Hochauflösende Waagen

Die Auflösung liegt in der Regel über 100.000 Punkten.

Hold-Funktion
Bei Wägestillstand wird die Gewichtsanzeige automatisch bis zur Betätigung der HOLD-Taste „eingefroren“.

ILAC = International Laboratory Accreditation Cooperation
Regelt die internationalen Belange der Akkreditierung. Der DakkS ist in der ILAC eingebunden.

ISO 9000ff
Qualitätsmanagement-System, in Form einer DIN-Norm zur Qualitätssicherung in einem Unternehmen.

ISO-Kalibrierung
Prüfung von Messgeräten auf ihre Richtigkeit nach einem anerkannten, aber nicht akkreditieren, Verfahren.

ISO-Zertifikat = Werkskalibrierschein
➔ ISO-Kalibrierung
ISO/GLP In Qualitätssicherungssystemen wird eine Protokollierung von Wägeergebnissen sowie der korrekten Waagenjustierung unter Angabe von Datum und Uhrzeit sowie der Waagen-Identifikation verlangt. Am einfachsten über angeschlossenen Drucker möglich.

➔ ISO/GLP-Protokollierung
ISO/GLP-Protokollierung In Qualitätssicherungssystemen wird eine Protokollierung von Wägeergebnissen sowie der korrekten Waagenjustierung unter Angabe von Datum und Uhrzeit sowie der Waagen-Identifikation verlangt. Am einfachsten über angeschlossenen Drucker möglich.

Justieren des Wägebereiches einer Waage
Entweder mit dem Prüfgewicht extern über das Justierprogramm (CAL), oder mit der internen Justierautomatik bzw. Justierschaltung.
Notwendig bei Temperaturänderungen, veränderten Umgebungsbedingungen, Ortsveränderungen usw. Tägliche Routinekontrolle empfehlenswert.

Justieren eines Messgeräts
Exaktes Einstellen einer Messgröße durch einen fachmännischen Eingriff in das Messsystem.

Kalibrier-Intervall ➔ Rekalibrierungsfristen

Kalibrieren eines Messgeräts
Feststellen und Dokumentieren der Abweichung der Anzeige eines Messgerätes vom wahren Wert der Messgröße, bei DKD/DAkkS-Kalibrierscheinen unter Angabe der Messunsicherheit. Ein Eingriff in das Messgerät findet hierbei nicht statt.
Beispiel: Prüfen einer Waage durch Auflegen eines oder mehrerer Prüfgewichte.
Die Prüfgewichte werden nach dem gleichen Verfahren ebenfalls kalibriert.

Kalibrieren oder Eichen
DKD-Kalibrieren kann man jede einwandfreie Waage. Die DKD-Kalibrierung ist eine vom Staat überwachte private Dienstleistung zur Sicherstellung hoher Qualitätsanforderungen gemäß ISO 9000ff und andere, beispielsweise in der Produktion oder Forschung.
Eichen kann man nur bauartzugelassene Waagen mit dem grünen Zeichen
➔ Eichen

Kalibriermarke
Gibt Auskunft über:
Identifikationsnummer des Gerätes
Das Kalibrierlaboratorium
Datum der letzten Kalibrierung

Kalibrierpflicht von Messmitteln
Sie ergibt sich aus der Prüfmittelüberwachung im QM-System

Kalibrierschein
Dokumentiert die Feststellung einer Kalibrierung. Der DKD-Kalibrierschein hat einen genau festgelegten Inhalt. Seine Aussagen sind verbindlich. Er ist international gültig.

Kalibrierschein nach DKD
Dokumentiert die messtechnischen Eigenschaften einer Waage oder eines Prüfgewichtes sowie die Rückführbarkeit auf das nationale Normal. Mehrpreis.

Kapazitätsanzeige
Ein ansteigendes Leuchtband im Display der Waage zeigt den belegten und noch verfügbaren Wägebereich an.

KCP
Das KERN Communication Protocol (KCP) ist ein standardisierter Schnittstellen-Befehlssatz für KERN-Waagen und andere Instrumente, der das Abrufen und Steuern aller relevanten Parameter und Gerätefunktionen erlaubt. KERN Geräte mit KCP kann man so ganz einfach in Computer, Industriesteuerungen und andere digitale Systeme integrieren.
➔ KERN Communication Protocol

KERN Communication Protocol
Das KERN Communication Protocol (KCP) ist ein standardisierter Schnittstellen-Befehlssatz für KERN-Waagen und andere Instrumente, der das Abrufen und Steuern aller relevanten Parameter und Gerätefunktionen erlaubt. KERN Geräte mit KCP kann man so ganz einfach in Computer, Industriesteuerungen und andere digitale Systeme integrieren.
➔ KCP

Klassifizieren ➔ Wägen mit Toleranzbereich

Kleinstes Teilegewicht beim Zählen
Kleinstes Stückgewicht, welches eine Waage zur Stückzählung annimmt. Beim jeweiligen Modell in der Produktdatentabelle mit „g/Stück“ angegeben.

Kompatibilitätsnachweis
Damit wird die eichtechnische Verträglichkeit bei Kombinationen von wägetechnischen Modulen wie Anzeigegeräte, Wägezellen und Verbindungselementen dokumentiert.

Konformitätsbescheinigung
Sie wird bei Waagen im Zuge der Erst-Eichung durch das Eichamt ausgestellt. Sie gilt als Nachweis der Einhaltung und Übereinstimmung mit den Eichvorschriften. Mit vorliegen der Konformitätsbescheinigung kann der Hersteller die Konformität erklären, die Waage ist damit dann geeicht. (Dieses Verfahren ist das Konformitätsberwetungsverfahren nach Modul F.)

Konformitätsbewertung
Verfahren zur Bestätigung von zugesicherten Eigenschaften nach anerkannten Regeln. Bei Waagen betrifft dies die Eichung.
Konformitätserklärung des Herstellers Sie dokumentiert, dass ein Erzeugnis den EG-Richtlinien entspricht. Bei elektronischen Waagen immer in Verbindung mit dem CE-Kennzeichen.

Konventioneller Wägewert bei Gewichtstücken
Das Problem ist der Luftauftrieb, der das Gewichtstück scheinbar leichter macht. Um diese „Verfälschung“ im täglichen Gebrauch auszuschließen, werden alle Gewichte auf die in der R111 festgelegten Einheitsbedingungen justiert, d. h. es werden angenommen: Werkstoffdichte der Gewichte 8000 kg/m3, Luftdichte 1,2 kg/m3 und Messtemperatur 20° C.

Linearität
Größte Abweichung der Gewichtsanzeige einer Waage zum Wert des jeweiligen Prüfgewichts nach Plus und Minus über den gesamten Wägebereich. (➔ Richtigkeit)

Luftauftrieb
Jeder Körper erfährt in Luft einen relativ kleinen Gewichtsverlust = Auftrieb. Dieser muss bei genauen Wägungen berücksichtigt werden. Um ihn in der Praxis zu neutralisieren, ist der konventionelle Wägewert eingeführt worden. Der Luftauftrieb muss allerdings bei der Bestimmung der Masse eines Körpers (gewogen im luftleeren Raum) berücksichtigt werden.

M „Grünes M“, genauer schwarzes M auf grünem Kennzeichnungschild an EG-geeichten Waagen Bescheinigt die Konformität mit der aktuellen EU-Richtlinie für nichtselbsttätige Waagen. Immer in Verbindung mit dem CE-Zeichen.

Memory

Waageninterne Speicherplätze, z. B. für Taragewichte, Wägedaten, Artikeldaten usw.
➔ PLU

Messgenauigkeit
Sie wird individuell für jede Waage nach einem genau festgelegten Prüfverfahren ermittelt und im Kalibrierschein dokumentiert. Sie hängt von verschiedenen waageninternen und externen Faktoren ab. Die Messunsicherheit steigt mit zunehmender Belastung der Waage. (➔ Messunsicherheit)

Messunsicherheit
Die Messunsicherheit eines Messgerätes ist ein objektives Maß für seine Genauigkeit und damit eine korrekte Aussage für seine angemessene Verwendung. Die Eignung eines Messgerätes für einen bestimmten Prozess ist bei bekannter Messunsicherheit sehr einfach und sicher festzustellen. Sie wird individuell für jede Waage nach einem genau festgelegten Prüfverfahren ermittelt und im ➔ Kalibrierschein dokumentiert. Sie hängt von verschiedenen waageninternen und externen Faktoren ab. Die Messunsicherheit steigt mit zunehmender Belastung der Waage

Mindestlast Min
Untere Grenze des eichfähigen Wägebereiches. Sie ist auf dem Eichschild vermerkt. Die Funktion der Waage ist auch unterhalb der Mindestlast gegeben.

Netto-Total
= Gesamtgewicht aller Mischungsbestandteile einer Rezeptur ohne das Gewicht des Behälters.

Nivellieren
Waagrechtstellen einer Waage mit Fußschrauben und Libelle. Bei geeichten Waagen vorgeschrieben, denn Schrägstellung bedeutet Messfehler.

Normale
Basis jeder Messung ist der Bezug auf ein gültiges Normal. Beispiele: Parallelendmaße, elektrische Widerstände, Gewichtstücke, usw. Diese nennt man Maßverkörperungen.
Ein Normal kann auch ein sehr präzises Messgerät sein. z. B. die Normalzeit-Uhr.
Die Normale sind hierarchisch nach Genauigkeitsklassen eingestuft. Im praktischen Gebrauch sind es Werksnormale, in der oberen Spitze sind es die nationalen oder internationalen Normale.
Bei Gewichtstücken ist dies in Deutschland das nationale Masse-Normal bei der PTB. Dieses ist wiederum an das Ur-Kilogramm in Paris angeschlossen.
Die Gewichts-Normale bei KERN sind in strenger Rückführung über die PTB an das nationale deutsche Normal angeschlossen.
Normale mit niedrigerer Hierarchie wie Werksnormale werden sowohl zum Justieren eines Messgerätes, und – wenn sie rückgeführt sind – auch zu dessen Kalibrierung verwendet.
Notified Bodies ➔ Benannte Stelle

OIML „Organisation Internationale de Metrologie Legale“
Regelt international die eichtechnischen Belange von Messgeräten.
Für Gewichtstücke gilt die OIML R 111- 2004

Peak Höchster gemessener Wert.
Bei Waagen ist dies die Spitzenlastanzeige.

PLU „Price Look Up“.
Hierunter versteht man Datenspeicher in preisrechnenden Ladenwaagen für Grundpreise von Verkaufsartikel.
➔ Memory

PRE-TARE ➔ Tarieren, automatisch

Prozentbestimmung (Beispiel)
Referenzgewicht einer Probe vor der Trocknung 50 g = Waagenanzeige 100 %. Nach der Trocknung 40 g = Waagenanzeige 80 % absolut (Trockenmasse) oder 20 % relativ (Feuchte).

Prüfgewicht extern (früher Kalibriergewicht)
Dient zur Einstellung oder Überprüfung der Waagengenauigkeit ➔ Justieren des Wägebereiches. Das externe Prüfgewicht kann jederzeit, auch nachträglich, DKD-kalibriert werden

Prüfgewicht intern

Wie externes Prüfgewicht, jedoch in die Waage eingebaut und motorgetrieben.

Prüfgewichte-Genauigkeitsklassen und ihre allgemeinen Zuordnungen zu den Waagentypen:

E2 Genaueste Prüfgewichte für hochauflösende Analysenwaagen der Eichklasse I ≥ 100.000 e
F1 Feingewichte für Analysenwaagen/Präzisionswaagen der Eichklasse I/ II bis 100.000 e
F2 Prüfgewichte für Präzisionswaagen der Eichklasse II bis 30.000 e
M1 Präzisionsgewichte für Industrie- und Handelswaagen der Eichklasse III bis 10.000 e

Prüfmittel
Hierunter versteht man alle Einrichtungen/Messmittel, die zur Feststellung von Prüfergebnissen verwendet werden.
Qualitätswirksame Prüfmittel sind u. a. Messgeräte, Maßverkörperungen wie Prüfgewichte, Endmaße usw. Diese fallen unter die Prüfmittelüberwachung.
Prüfmittel, die zu nicht qualitätsrelevanten „Schätzzwecken“ eingesetzt werden, sind Hilfsmittel. Sie fallen nicht unter die Prüfmittelüberwachung.

Prüfmittelüberwachung
Im Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 9000ff, GLP u.a. gefordert. Messmittel (z. B. Waagen) und Prüfmittel (z. B. Prüfgewichte) müssen in definierten Intervallen auf ihre Richtigkeit überprüft (= kalibriert) werden Rekalibrieren

Prüfmittelüberwachung im QM-System in Verbindung mit den Qualitätsnormen
Eine nach einer Qualitätsnorm wie die DIN EN ISO 9000 ff. zertifizierte Organisation, z. B. ein Produktionsbetrieb, verpflichtet sich im Rahmen seines Qualitätsmanagements definierte Qualitätsstands einzuhalten. Hierzu sind genau arbeitende Messmittel zwingende Voraussetzung.
Die DIN EN ISO 9001, Ausgabe Dezember 2008 sagt in Kapitel 7.6 „Lenkung von Überwachungs- und Messmittel“ aus, dass Messmittel in festgelegten Abständen und vor Gebrauch zu kalibrieren sind. Die hierzu erforderlichen Messgeräte und Messnomale müssen:

auf internationale oder nationale Normale rückgeführt sein.
Ihre Messunsicherheit muss bekannt sein.
Sie müssen mit einer eindeutigen Identifikation gekennzeichnet sein.
Die Prüfung ist zu dokumentieren.

Die DKD-Kalibrierung erfüllt alle diese Forderungen.

PTB = Physikalisch Technische Bundesanstalt
Diese oberste Bundesbehörde mit Sitz in Braunschweig und Berlin ist zuständig für das gesetzliche Messwesen in Deutschland. Bei Waagen und Gewichten regelt sie das Eichwesen.

Qualitätsmanagement ➔ Prüfmittelüberwachung

Qualitätsmanagementsystem
Qualitätsmanagement-Systeme / Qualitätssicherungs-Systeme z. B. nach DIN EN ISO 9000 ff.
Diese verfolgen 3 Hauptziele

Verhütung von Fehlern während eines Fertigungsprozesses, damit sein bestimmungsgemäßer Gebrauch nicht beeinträchtigt wird.
Gewährleistung der Produktqualität, die zwei Vertragspartner vereinbart haben.
Stärkung des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter

Referenzgewicht beim Stückzählen
Mehrere gleiche Zählteile werden für ein exaktes Durchschnittsgewicht gemeinsam gewogen und durch die Stückzahl geteilt. Je höher die Referenzstückzahl, desto größer die Zählgenauigkeit. Meist zwischen 10 und 50 Stück.

Referenzoptimierung beim Stückzählen
Das Referenzgewicht wird im Zuge des Zählvorganges mehrmals automatisch gebildet. Steigert die Zählgenauigkeit.

Rekalibrieren
Periodisches Nachmessen von Messmitteln/Prüfmitteln (z. B. Waagen/Prüfgewichte) zur Überwachung ihrer Richtigkeit, siehe auch Prüfmittelüberwachung.

Reproduzierbarkeit = Standardabweichung
Maß der Übereinstimmung bei Wiederholungsmessungen (z. B. Waage) unter denselben Bedingungen. Meist 1 d oder kleiner. Qualitätsmerkmal.

Rezeptur-Level A
Getrennte Speicher für das Gewicht des Taragefäßes und der Rezeptur-Bestandteile (Netto-Total).

Rezeptur-Level B
Interner Speicher für komplette Rezepturen mit Name und Sollwert der Rezeptur-Bestandteile. Displayunterstützte Benutzerführung.

Rezeptur-Level C
Interner Speicher für komplette Rezepturen mit Name und Sollwert der Rezeptur-Bestandteile. Displayunterstützte Benutzerführung, Rückrechnungsfunktion, Multiplikations-Funktion, Barcodeerkennung.

Richtigkeit
Größte Abweichung der Gewichtsanzeige einer Waage zum Wert des jeweiligen Prüfgewichts nach Plus und Minus über den gesamten Wägebereich.
➔ Linearität

Rückführbarkeit auf das nationale Normal Voraussetzung jeder einwandfreien Messung ist der validierte lückenlose Nachweis, dass ein Messmittel auf das internationale oder nationale Normal rückgeführt ist. Die gesetzlich verbindlichen Normale befinden sich in Deutschland bei der PTB.
Diese Rückführung auf das nationale Normal ist in der Prüfmittelüberwachung in den Qualitätsnormen verbindlich vorgeschrieben.
Eine DKD/DAkkS-Kalibrierung eines Messmittels erfüllt diese Anforderung.

SC-TECH = Single-Cell-Technologie
Die Wägezelle besteht aus einem einzigen Aluminiumblock, was zu einer sehr hohen Messqualität führt.
➔ FORCE

Schichtdicke
Die Messung von Beschichtungsstärken sind bspw. von der Lackmessung Quick-Finder Schichtdicke bei PKWs her bekannt. Tatsächlich sind diese Messungen in industriellen Anwendungen weitaus gebräuchlicher. Hier wird die Starke von Veredelungen der Oberflächen, wie Galvanisierungen, Verzinkungen etc. oder auch Lackierungen gemessen.
Grundsätzlich gibt es zwei Messprinzipien für die Bestimmung von Schichtstärken:

Typ F: Nichtmagnetische Schichten auf magnetischen Metallen, wie Eisen oder Stahl (Prinzip der magnetischen Induktion). Einige beispielhafte Materialkombinationen sind:

[Aluminium, Chrom, Kupfer, Gummi, Lack] auf
[Stahl, Eisen, Legierungen, magnetische Edelstähle]

Typ N: Nichtmagnetische Schichten auf nichtmagnetischen Metallen, wie Aluminium (Wirbelstrom-Prinzip). Einige beispielhafte Materialkombinationen sind:

[Lack, Farbe, Emaille, Chrom, Kunststoffe] auf
[Aluminium, Messing, Blech, Kupfer, Zink, Bronze]

Typ FN: Alle Schichten wie bei Typ F und N auf allen Metallen wie bei Typ F und N (Kombination aus magnetischen Induktions- und Wirbelstrom-Prinzip)

Single-Cell-Technologie
Die Wägezelle besteht aus einem einzigen Aluminiumblock, was zu einer sehr hohen Messqualität führt.
➔ FORCE

Sortieren ➔ Wägen mit Toleranzbereich

Spitzenlastanzeige ➔ Peak

Stand-by-Funktion Diese Waagen werden bei Nichtgebrauch automatisch teilweise ausgeschaltet, dadurch ist beim Wiedereinschalten keine Anwärmzeit nötig.

Standardabweichung = Reproduzierbarkeit
Maß der Übereinstimmung bei Wiederholungsmessungen (z. B. Waage) unter denselben Bedingungen. Meist 1 d oder kleiner. Qualitätsmerkmal.

Stückzählen von Einzelteilen
Man wiegt z. B. 10 gleiche Teile; die Referenzstückzahl ist 10. Nun bildet die Waage automatisch das Durchschnittsgewicht je Teil. Ab jetzt werden die zu zählenden gleichen Teile sofort in Stück angezeigt. Hier gilt: Je höher die Referenzstückzahl, desto größer die Zählgenauigkeit.

Summieren
Beliebig viele Einzelwägungen werden automatisch zu einer Gesamtsumme addiert, zum Beispiel alle Einzelwägungen einer Charge.
Siehe Piktogramm „Rezeptur“
Rezeptur: Getrennte Speicher für das Gewicht des Taragefäßes und der Rezeptur-Bestandteile (Netto-Total).

T-FORK = Stimmgabelprinzip

Tara subtraktiv
Der verfügbare Wägebereich jeder elektronischen Waage wird um die Tara verkleinert. Beispiel: Wägebereich einer Waage Max 6000 g, Tara (= Behälter) 470 g, noch verfügbarer Wägebereich 5530 g.

Taravorabzug ➔ Tarieren, automatisch

Tarieren automatisch
Beim Aufsetzten des Tarabehälters zeigt die Waage sofort Null – spart Zeit.

Tierwägeprogramm
Bei unruhigen Wägebedingungen wird durch Mittelwertbildung ein stabiler Wägewert errechnet
➔ Erschütterungsfreies Wägen

Toleranzkontrollen
Obere und untere Grenzwerte werden individuell programmiert. Grenzwerteingabe in Gramm, Stück oder % üblich. Bei Toleranzkontrollen wie Dosieren, Portionieren oder Sortieren zeigt die Waage die Über- oder Unterschreitung der Grenzwerte an.
➔ Wägen mit Toleranzbereichen

USP Mindesteinwaage
Die USP Mindesteinwaage (Minimum Sample Weight) ist ein Maß für die kleinste erlaubte Mindesteinwaage gemäß USP (United States Pharmacopeia). Die USP ist das Pendant zum deutschen Arzneibuch und enthält in Kapitel 41 auch Anforderungen für die Eignung der Waage.
Neben der absoluten Anzeigegenauigkeit (z.B. bei Max) ist hier auch eine Grenze für den maximalen relativen Fehler durch die Wiederholbarkeit der Waage spezifiziert. Diese darf mit einem Sicherheitsfaktor von 2 nicht mehr als 0,1% der Einwaage betragen. Die Wiederholbarkeit ist in der Regel über den Wägebereich unveränderlich, der relative Fehler steigt somit mit abnehmender Einwaage. Dadurch gibt es ein kleinstes Gewicht, was noch korrekt eingewogen werden kann. Gerade im Pharmabereich sind diese kleinen Einwaagen häufig.
Damit der Kunde die Eignung einer Waage für seinen Anwendungsfall prüfen kann, gibt KERN die zu erwartende USP Mindesteinwaage durch auf Basis der Herstellertoleranzgrenze für die Wiederholbarkeit (Standardabweichung) an. Die Angaben sind dadurch meist etwas höher als die typischen Werte für die Mindesteinwaage eines Modells.

Validierung
Dokumentierter Nachweis, dass ein Prozess oder Verfahren mit hoher Sicherheit geeignet ist, eine spezifische Aufgabe zu erfüllen.

Verifizierung
Dokumentierter Nachweis, dass eine festgelegte Anforderung erfüllt ist.

Verkehrsfehlergrenzen ➔ Nacheichung von Waagen und Gewichtstücken

Verwendungsgenauigkeit
Zuschlag zur Messunsicherheit beim praktischen Einsatz einer Waage. Ist in der Anlage zum DAkkS-(DKD-)Kalibrierschein angegeben.

Wägebereich [Max]

Arbeitsbereich der Waage. Die Waage ist bis zum angegebenen Gewichtswert als obere Grenze belastbar.

Wägen mit Toleranzbereich = Checkweighing
Obere und untere Grenzwerte werden individuell programmiert. Grenzwerteingabe in Gramm, Stück oder % üblich. Bei Toleranzkontrollen wie Dosieren, Portionieren, Sortieren, Fill-to-target, Klassifizieren zeigt die Waage die Über- oder Unterschreitung der Grenzwerte an.
siehe Piktogramm „Wägen mit Toleranzbereich“.
Wägen mit Toleranzbereich (Checkweighing): Oberer und unterer Grenzwert programmierbar, z. B. beim Dosieren und Sortieren.

Wanddicke
Immer dann, wenn die Wände von Messobjekten für traditionelle Messschieber nicht zugänglich sind, kommt Messtechnik auf Ultraschallbasis zum Einsatz.
Diese Messung basiert auf folgendem Prinzip: Ultraschallwellen werden auf einer Seite des zu messenden Materials eingeleitet. Sie bewegen sich mit einer definierten Geschwindigkeit durch das Material hindurch und werden an der anderen Seite reflektiert. Das Messgerät misst die hierfür benötigte Zeit und berechnet daraus die Dicke des Materials.
So werden z. B. Wanddicken von Schiffsrümpfen, Rohren, Kesseln und Komponenten in Anlagen oder Maschinen bestimmt.
Messbar per Ultraschallmesstechnik sind alle harten und homogenen Materialien, wie Metall, Glas und harte Kunststoffe. Mit dieser Methode nicht zu messen sind Materialien wie z. B. Beton, Beton, Asphalt oder Holz.

Windschutz
Schutzvorrichtung gegen störende Luftbewegungen bei sehr genauen Wägungen. Notwendig bei Analysen- und Präzisionswaagen mit Ablesbarkeit [d] ≤ 1 mg.

Zähl-Optimierung ➔ Referenz-Optimierung

Zählauflösung
Die Zählauflösung in Punkten wird errechnet aus dem Quotient von Wägebereich [Max] durch kleinstes Teilegewicht. Sie ist eine Aussage für die Zählgenauigkeit.

Zählen von Einzelteilen
Ermittlung einer Stückzahl durch Wiegen. Möglich, wenn die Zählteile etwa gleich schwer sind. Hierzu ist das Referenzgewicht zu ermitteln, anschließend werden die Zählteile gewogen. Bei Zählwaagen werden die eingewogenen Teile direkt in Stück angezeigt.
Jede Zählwaage kann von Zählen auf Wiegen umgeschaltet werden.

Zertifikat
Schriftliche Bestätigung einer nach einer definierten Anforderung erbrachten Leistung.
Dies kann u. a. neben einer messtechnischen Aussage auch ein ISO-Werkszertifikat, oder eine sonstige nachhaltige Bestätigung sein.
Im Eichwesen dagegen erhält man einen Eichschein und im DKD/DAkkS einen Kalibrierschein. Der Begriff Zertifikat ist hier nicht üblich.

Zertifizierung
Bestätigung der Erreichung oder Einhaltung eines vorgegebenen Standards z. B. einer DIN-Norm wie DIN EN ISO 9000 ff. (Qualitätsmanagement) oder DIN EN ISO/IEC 17025 (Akkreditierung), oder einer Bauartzulassung für Waagen.

Zulässige Umgebungstemperatur
Bei Über- oder Unterschreitung sind Messfehler möglich. Sie ist bei geeichten Waagen auf dem Kennzeichnungsschild angegeben.

Zweibereichswaage
Der gesamte Wägebereich einer Waage ist unterteilt und beginnt mit Ablesbarkeit d1. Nach Verlassen dieses Feinbereichs ist die Ablesbarkeit d2, meist 2 x d1. Die Umschaltung erfolgt automatisch.